Gastkommentar

Martullo-Blocher: «Die Welt – und die Schweiz – wird nicht untergehen»

SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher im Bundeshaus in Bern.

Die SVP-Nationalrätin und Firmenchefin wendet sich zum 1. August an die Schweizer Bevölkerung – und gibt sich trotz Coronapandemie optimistisch. Ein Gastkommentar.

Nun erreicht unser Land das stolze Alter von 729 Jahren – dokumentiert durch den «Freiheitsbrief» von 1291. Es herrschte die «Arglist der Zeit». Die Lage war bedrohlich, Habsburg setzte die Eidgenossen unter Druck. Die drei Bünde sicherten sich gegenseitigen «Schutz» gegen «Gewalt an Leib und Gut» zu und schworen auf die Unabhängigkeit.

Während Jahrhunderten war diese Eigenständigkeit immer wieder gefährdet. Es brauchte Mut, aber auch Durchhaltewillen, um sie zu erhalten. Gerade dieses pragmatische Anpacken und die Demokratie machen die Schweiz so erfolgreich. Jetzt, wo die «Arglist der Zeit» unsere Gesundheit angreift und für viele Verzicht sowie wirtschaftliche Einbussen mitbringt, sollten wir uns darauf zurückbesinnen.

Gegenseitiger Beistand und Zusammenhalt über Familien und Generationen hinweg, aber auch Entscheidungsfreudigkeit ist gefragt. Vertrauen wir auf unsere Demokratie und den Föderalismus. Wenn wir über so komplexe Sachverhalte wie Unternehmenssteuern, Energiepolitik oder unsere Altersvorsorge abstimmen, kann man uns getrost auch den Umgang mit einem Virus überlassen.

Wir sind alle mehr oder weniger betroffen. Undenkbares hat den Geschäftsalltag aus der Bahn geworfen. Ein Drittel aller Angestellten befindet sich immer noch in Kurzarbeit, viele Unternehmen rechnen, wie lange das Geld noch reicht.

Die grösste Krise seit 100 Jahren? Eine weltweite Rezession? Schulden beim Bund für die nächsten 25 Jahre? Was heisst das für unseren Alltag? Niemand kann es uns sagen. Unsicherheit plagt uns alle. Sollen wir uns verändern, durchhalten oder aufgeben?

Wir, die gewohnt sind, vorwärtszugehen, selber zu entscheiden, wurden plötzlich abgebremst. Unser Schicksal, unser Handeln hängt nun vom Staat und seinen Entscheiden ab. Mit Arbeitslosengeldern, Subventionen und Unterstützungskrediten werden wir zu Staatsdienern. Und fühlen uns trotzdem allein und allein gelassen.

Aber Hand aufs Herz, wir hatten doch immer wieder schwierige Situationen. Auch ohne Corona. Wir mussten uns immer wieder anpassen, konnten die Veränderungen aber immer wieder meistern. Warum sollte das nun anders sein?

Denn eines ist klar: Die Welt wird nicht untergehen! Wir Bürger retten die Welt, nicht Verwaltungsakte und staatliche Umverteilung. Lassen wir uns nicht dominieren. Gehen wir in unser schönes Land hinaus, erleben etwas, haben Spass, verbringen unbeschwerte Stunden.

Das bringt Kraft und neue Ideen. Lasst uns zusammen die Zukunft der Schweiz gestalten, eine Zukunft, die vorwärts schaut und kreativ Neues schafft. Ohne Zaudern, voller Zuversicht. Jeder/jede an seinem/ihrem Ort mit seinen/ihren Möglichkeiten. Warum sollen wir uns also «Experten ohne Verantwortung» ausliefern oder von Politikern ohne besonderen Sachverstand massiv einschränken lassen?

Generationen von Eidgenossen haben bewiesen, dass wir Verantwortung übernehmen und das Schicksal in die eigenen Hände nehmen können. So will es der Bundesbrief. Trauen wir uns etwas zu, übernehmen wir aber auch Verantwortung füreinander, schützen wir uns! Genauso beherzt wie das die drei Talschaften auf dem Rütli taten! Damit wir auch die kommenden Geburtstage der Schweiz wieder gesund und in Frieden und Wohlstand feiern können.

Artboard 1